Von der Frühzeit bis…

Erstmals ist eine Anwesenheit von Menschen in der jüngeren Steinzeit (3500 bis 1800 v.Chr.) durch Funde belegbar. Die Siedler waren sesshafte Weidebauern, die die Kalkgebiete und die Flussniederungen für ihr Vieh suchten. Die meisten Funde stammen aus dem Prümer Kalkgebiet um Schwirzheim sowie der sich anschliessenden Täler zwischen Waxweiler, Lierfeld, Masthorn, Lichtenborn und Irrhausen. Doch erst seit der Latène Zeit ist eine Dauerbesiedelung unseres Raumes nachweisbar. In römischen Schriften wird ein keltischer Stamm, die Treverer, als Ureinwohner der Region genannt. Seit ca. 600 v.Chr. dringen germanische Stämme von Norden her in das Prümer Kalkgebiet ein. Später vermischen sich die Cäroser mit den Treverern.

50 v.Chr. werden unsere Vorfahren von Cäsars Legionen unterworfen. 35 Jahre später gründet Kaiser Augustus das Nachschubzentrum „Augusta Treverorum“ – Trier. Die Südeifel gehört jetzt zur Provinz „Belgica Prima“. Die Römer besiedelten zunächst das Bitburger Gutland und die Prümer Kalkgebiete. Am Anfang des dritten Jahrhunderts sind diese Gebiete bereits dicht besiedelt und die Römer dringen über Lünebach hinaus nach Daleiden und Dasburg vor. Auf dem Auelsberg in Lünebach finden sich 1824 Reste einer römischen Heerstrasse und Ziegelsteine von Gebäuden. Dort wurde auch ein mit Silber verzierter eiserner Degenkopf gefunden. Die an der Strasse zur Schlossheck entdeckten Hügelgräber stammen wohl auch aus römischer Zeit. Auf dem Tonnenberg (früher „Tomberg“), nördlich von Strickscheid, ist ein Einzelgrab von 25m Durchmesser und 3m Höhe erhalten. Wahrscheinlich wurde in diesen Hügelgräbern die Herrensippe bestattet, während deren Knechte in einfachen Gräbern beigesetzt wurden. Solche wurden bei Orlenbach entdeckt. Die zeitliche Einordnung der Hügelgräber ist nicht gesichert, da sie von der älteren Eisenzeit bis ins dritte Jahrhundert beibehalten wurden. Gegen Ende des vierten Jahrhunderts schliesslich klingt die römische Blütezeit aus. Um 410 werden die letzten Truppen zurück nach Hause abkommandiert.

Seit dem 5. Jahrhundert gelangen fränkische Völker den Kalkgebieten folgend in die Eifel. Auch sie besiedeln zunächst den fruchtbaren Boden der Prümer Kalkmulde und lassen sich als sesshafte Bauern niedern. Heute erkennt man viele der damals entstandenen Siedlungen an Endungen auf „heim“ und „dorf“ (zB Büdesheim, Weinsheim, Heisdorf, Hersdorf).Die fränkischen Könige vermachen schon sehr früh grosse Teile des ehemaligen römischen Fiskalgutes an ihre Grundherren.

Durch die starke Bevölkerungszunahme wird das Kalkgebiet zu eng. Vom 9. bis zum 14. Jahrhundert dauert eine Rodeperiode der bis dahin dicht bewaldeten Schiefergebiete von Islek und Schneifel an, die einen beträchtlichen Teil der landwirtschaftlich nutzbaren Fläche gewinnt. Die Ausbauorte mit Endungen auf „bach“, „feld“, „berg“, „born“ und „loch“ liegen alle dicht um das Kalkgebiet herum. Gleichzeitig entsteht die Verteilung von Wald und Land wie sie sich in ihren Grundzügen bis heute erhalten hat.

Im Mittelalter wird Lünebach zum erstenmal urkundlich in einem Dokument aus dem Jahre 1198 genannt. Unter verschiedenen Namen wird die Ortschaft im 14. und 15. Jahrhundert erwähnt. „Lonenbach“ im Jahr 1352, „Luyngenbach“ in 1356. 1451 wird sie „Loebach“ genannt.

Im späten Mittelalter bilden sich Verwaltungsbezirke, Höfe oder Hofsbezirke. Der Hof Pronsfeld ist im Besitz der Abtei Prüm und besteht aus 22 Gemeinden und umfasst 220 Häuser. Vier Herren teilen sich die Herrschaft über ihn.

Als im Jahr 1789 in Frankreich die grosse Revolution ausbricht endet die Grundherrschaft und die allgemeinen Menschenrechte werden verkündet: „Alle Menschen sind und bleiben von Geburt an frei und gleich“. Die Kunde der Pariser Ereignisse dringt zwar schnell nach Prüm durch, findet dort aber nur wenige Anhänger. Der Prümer Kaufmann Jakob Goldschmitt und der Lünebacher Notar Mass halten nächtliche Versammlungen ab und stiften allgemeine Unzufriedenheit – mit mässigem Erfolg.

1794 erobert Frankreich das linke Rheinufer. Ab 1797 gehören diese Gebiete zur fanzösichen Republik und werden ein Jahr später in Departements eingeteilt. Diese wiederum in Arrondissements und Kantons. Die unterste Einheit ist die Mairie, die Bürgermeisterei. Der ehemalige Hof Pronsfeld kommt zum Wälder-Departement, Bezirk Bitburg, Amt Arzfeld.

Die französische Herrschaft endet mit der Niederlage Frankreichs 1813. Auf dem Wiener Kongress wird das Wälder-Departement dem Generalgouvernement Mittelrhein angegliedert und gehört durch Patent vom 05.04.1825 dem Königreich Preussen an. Am 23.04.1816 wird der Regierungsbezirk Trier gegründet, zu dem auch der Kreis Prüm gehört. Lünebach ist eine der 29 Landesbürgermeistereien des Kreises Prüm und umfasst die acht Gemeinden Dackscheid, Eilscheid, Euscheid, Lierfeld, Lünebach, Matzerath, Merlscheid und Strickscheid. Am 03.12.1934 gehört Lünebach zum Amt Waxweiler und wird in Personalunion von der Bürgermeisterei Waxweiler mitverwaltet.

Durch Aufnahme der Verfassung in der Volksabstimmung wird am 18.05.1947 das Land Rheinland/Pflaz konstituiert, welchem der Bezirk Trier angehört. Bei der Neuordnung der Kreise in den Jahren 1969 bis 1971 werden sämtliche Kreise neu geordnet. Seitdem besteht der Regierungsbezirk Trier aus den fünf Kreisen: Bernkastel-Wittlich, Bitburg-Prüm, Daun, Trier-Saarburg und Trier-Stadt. Die Verwaltungseinheit „Amt“ wird im Jahr 1968 in „Verbandsgemeinde“ umbenannt. Lünebach gehört seitdem zur Verbandsgeminde Arzfeld.

nach Franz Josef-Booch: Lünebach – seine Geschichte