Pfarreigeschichte

Geschichte der Pfarreien der Diözese Trier

Begründet von Dr. Jakob Marx d.J, Professor der Kirchengeschichte am Priesterseminar in Trier, fortgesetzt und herausgegeben von Dr. Matthias Schuler, Professor der Kirchengeschichte am Priesterseminar in Trier.

III. Band: Die Dekanate Prüm-Waxweiler

Bearbeitet von Peter Oster, Studienrat in Saarburg (Trier)

Trier 1927, Druck und Verlag der Paulinus-Druckerei GmbH.


20. Lünebach

Pfarrarchiv

1. Kirchenbuch dero Capellen Lunenbach zustendig, Worhin alle schulden vndt jahrliche fallende Pensiones verzeichnet vndt durch mich vnderschribenen auß dem alten Kirchenbuch geschriben den 26ten Martii Jahres 1612. Valent. Walm(arus) Pastor in Pronsfelt. – Enthält kurze Abschriften der Schuldurkunden und jedesmal darunter Eintragungen über Zinszahlung und Rückzahlung bis 1756. Schmal Fol., Perg.-Band.

2. Fortsetzung des vorigen: Register der Capelle Lünenbach zuständig. Worin unterhero zeitlicher pastor dieses orths, weilen fast alle register ihme in gantz versetzter ordenung seynd hinderlassen worden, auf neueste alle gefähl, Landereyen, Wiesen, und auch jahrliches interesse verhypothesirte pfandtschafften aus dem alten Kirchenbuch dieser Capell getreulich zusammengesucht, eigenhändig dem alten gleichförmig geschrieben: ist auch von debitoribus creditriciis nach genugsamer Vorlesung als guldig erkent, acceptirt und respective unterschriben worden Jm Jahr 1761, d. 17 Martii. Joes Scheulen pastor in pronsfelt. Fol. Lederb. Letzte Eintragung 1809.

3. Zinsbuch der Kapelle Lünebach nach Schuldnern geordnet. 1701 bis 1761. Quart. Perg.-Band.

4. Rechnungen der Capellen Lunenbach vffgericht durch den Ehrw. Herrn Seruatium Wampach Pastoren zu Pronsfelt A° 1669 (- 1744). Quart. Perg.-Band.

5. Rechnung der Capellen Lünenbach aufgerichtet durch Herrn Christophorum urbani Pastoren zu pronsfelt 1745. Fol. Halbleder.

Noch 1824 sah man auf dem Auwelsberge, auf dem Wege nach Kinzenburg, Spuren einer römischen Straße und Überbleibsel von Gebäuden, Ziegel usw. 1352 auf St. Joristag (St. Georg 23. 4) erteilte Johann, Herr von Montjoie und Valkenberg, dem Henkin Bolensen von Kerpen einen Mannbrief über 8 fl. jährlicher Renten aus dem Hofe zu Lonenbach, einzulösen mit 80 fl. Marg. von Falkenburg, Frau zu Schönecken, die Witwe Hartards von Schönecken, stellte am Tage vor St. Urban 1356 für Joh. Melbaum zu Castelburg einen Burgmannsbrief und Verschreibung aus über 12 Mark kölnisch aus den Gütern zu Luyngenbach, bis sie mit 120 Mark wieder eingelöst würden. (Eift. ill. III. 2. 273.)

Die Visitation 1712 spricht von „Einwohnern, die zu ihren Kapellen gehören“. 1778 werden als kirchlich zu Lünebach gehörend bezeichnet Lyrfeld, Streitscheid, Eyscheidt, Stalbach und zwei Familien von Masthorn. Die Neuordnung fügte Merlscheidt (früher Waxw.) hinzu. Zwei Häuser Lünebachs, Conen und Begon, gehörten seltsamerweise zum Trier. Amt Kyllburg.

Eine der beiden Mühlen (Giretz- und Welschmühle) gehörte dem Prinzen von Oranien und dem Herrn von Hartelstein gemeinschaftlich. Sie war in Erbbestand gegeben. (Eifl. ill.) Der Inhaber der einen Mühle heißt kurz „der Welsch Müller“. Über die Verteilung der Untertanen unter die einzelnen Herren des Condominiums s. Condominium Pronsfeld.

Kirche.

Der älteste Teil der heutigen Kirche ist der spätgotische Westturm, der ohne Unterbrechung sich nach oben verjüngt. Auf der Nord- und Ostseite hat er rundgeschlossene Schallfenster mit „doppelter Rundbogenblende“. Über den kreisrunden Schallöffnungen erhebt sich eine achtseitige Barockschieferpyramide. Das Untergeschoß des Turmes hat spätgotisches Kreuzgewölbe und öffnet sich nach Osten zum Schiff, nach Norden im Portal (Barockportal 1759) (Wackenroder).

Große Veränderungen brachten die Jahre 1683-85. Eine ganze Reihe von Meistern ist an der Kirche tätig. Die Maurermeister Johannes und Caspar erhalten für die neue Sakristei und die „beyde seithen ausbäw“ 18 Rthl.; Frühmesser Herr Niclas besorgte die Bezahlung des Kalks in Fleringen (4 fl. 12 alb.); Meister Caspar reparierte die Fenster im Schiff und setzte die neuen im Neubau. Schiefersteine und Nägel bezog man aus Salm; Zimmermeister Michel von Winterspelt fertigte das Gebälk und Dachwerk für die „Sacristy vndt Newe seythen bäw“. Die Fenster erhielten Traillen, und das Dach der Sakristei ein geschmiedetes Kreuz. Schreiner Helten Theis und sein Sohn Jakob machten die beiden Speicher über der neuen Sakristei und die „Flügel“ am Hochaltar, Schränke mit Auszug und Tisch in der Sakristei. Maurermeister Höffling erhielt 21 fl. 9.alb. für „die New seythen, Sacristey zu klennen, oder bewerfen“, zu weißen und den vorderen Teil bis an die Türe zwischen den Stühlen zu platten. Da die Kirche sich gesenkt hatte, wurden neue Steine gehauen „vnder das Creutzgewölb pilaren“ (wohl Strebepfeiler). In Rommersheim kaufte man Holz „für den schänktisch vndt altar blindthören“. Schlossermeister Christoffel von Prüm versah die Fenster mit Beschlägen und Windeisen, den neuen Kelchschrank mit Beschlag, Schloß und Ringen zum Ausziehen. Bei der Verdingung, beim Legen des ersten Steins wie beim Schluß der Arbeiten wurde bei Türpels Wein, Bier und Branntwein vertan.

Diese Erweiterung der Chorpartie genügte nicht lange. 1712 waren Dach, Turm und Kirchhofsmauern ruinös. 1759 brach man ab bis auf den Turm und schritt zum Neubau. Es war die Zeit der Stiftung der Frühmesse. Es entstanden damals die hintersten Joche der heutigen Kirche. Der Turm erhielt sein Barockportal. In den Rechnungen 1759 und 60 erscheinen die Ausgaben für den Bau in den Rechnungen. Baumeister und Maurer war Joh. Groß aus Bettingen, ferner Maurer Joh. Spoo, Schlossermeister Hubert Braun, Fenstermacher Joh. Bapt. Müller, Schreiner Seb. Spoo aus Pronsfeld, Schieferdecker Jakob Schütz und Matthes Palm aus Prüm. Die Arbeiter wurden von der Kirche beköstigt. Die Hausteine holte man in Seffern und Bickendorf.

1570 hatte die Kapelle der hl. Margareta drei Altäre, zwei Kelche; 1613 ist kein Altar dotiert. Zwei Kelche aus Blei sind da, die anderen geraubt (Krieg, Freibeuter!); nur 2 wertlose Kaseln sind vorhanden. Die Visitationen aus der Zeit des großen Krieges melden Armut: 1 Altar ist versehrt, Kelche und Ziborium sind von Zinn, einer hat (1656) eine silberne Kuppe, doch ist eine Monstranz von vergoldetem Kupfer vorhanden.

Die letzten Jahrzehnte des 17. Jahrhunderts brachten große Opfer der Gemeinde für Bau und Ausstattung ihres Gotteshauses.

1672 malte (offenbar der später genannte Hans Matheis von Prüm) 2 Antipendien, ein Kelchtuch, den Fuß für „den Sacraments Schaf“, der wohl noch in der Wand saß; 1673 wurden bei Verdingung des Hochaltars mit dem Meister in Pronsfeld und Lünebach verzehrt 1 fl. 12 alb.; 1674 arbeitete „der Schnitzler Meister Christoffel von prüm ahn den beichtstüllen“ 8 Tage lang; 1678 waren die neuen Altäre fertig.

„Meister Christoffel“, Schreiner von Prüm, erhielt für den Hochaltar und die Seitenaltäre der Muttergottes und der hl. Gertrud 36 Rthl. = 58 fl. 12 alb. Der „Mählermeister“ Hans Matheis erhielt „für das 7 schmertzen bild, mit St. Gertrudis bild ahn den seythen altar zu mahlen 10 fl. 3 alb.“. Wiederholt ist die Rede von einem Altar S. Joannis Ev. (1682/1726). Ein Dominikanerbruder brachte aus Aachen eine Ampel und ein kupfernes Rauchfaß; im Kloster Niederprüm fertigten Schwestern Röcklein mit Spitzen für die Chorknaben und Kleider für Muttergottesbild mit Kind; 1698 erhielten beide silberne Krönchen. Nach dem Neubau (1759/60) erhielt die Kirche neues Inventar.

Im Jahre 1761 lieh man bei der Pronsfelder Mutterkirche 200 Rthl. zur Beschaffung der „höchst notwendigen“ Altäre. Den Hochaltar fertigten die Meister Hans Gasper. 1764 wurden die Altäre aufgeschlagen. Beichtstuhl, Kommunionbank, Predigtstuhl (1762) und Ducksall lieferten die Meister Jasper gutman und Steffen von Prüm. Ein alter Altar wurde verkauft. 1773 wurden Hochaltar und Predigtstuhl von Mauritius Faber von Prüm illuminiert, 1779 die kleinen Altäre. Der Besitz der Kreuzpartikel (Reliquienkreuz um 1800) legte die Schaffung eines Kreuzaltars nahe. Früher standen neben der Muttergottes der hl. Antonius (Abt), neben dem hl. Johannes die heilige Gertrud. Die beiden gleichgebauten Seitenaltäre trugen früher die Bilder St. Joh. Bapt.-Hubertus und Muttergottes-Margareta.

1788/89 kaufte man in Trier für 61 fl. 32/ alb. die heutige Scheibenmonstranz mit Rokokoornament und Schaubehälter in Vierpaßform.

1827 war der Hochaltar dem hl. Kreuz geweiht, der eine Seitenaltar der Muttergottes, der andere dem hl. Joh. Ev.

Fabrik.

1570 besaß die Fabrik 12 Schafe, an Zinsen 6 fl., 12 Maß 2 M. gemeiner Früchte, 1613 einige M. Land, wie das Buch der Wohltäter ausweist, einige Schafe, 1 W. Heu; das Opfer zog der Kaplan. 1656 zählte die Fabrik 9 Anniversarien. Sie hatte 9 M. unfruchtbares Land, 1 W. Heu, 600 fl. Kapital, wovon aber meist die Zinsen nicht eingingen. 1685 = ungefähr 50 fl.; 1712 = 7 Schafe, 2 Pfandwiesen mit 1½ W. Heu, 20 M. L 50 fl. Zins.

Wie in Pronsfeld, erhalten wir auch in Lünebach über die wirtschaftliche Lage der Kirchenfabrik das erste klare Bild durch den eifrigen Pastor Servätius Wampach (S. PA. und Pastores). Er fand bei seinem Amtsantritt 1669 keine ordnungsmäßigen Rechnungen der letzten Mumper. Mehrere waren noch in Rezeß. Klautes (Klütes) Hans und Schomachers Merten legten im Nov. 1669 in Pronsfeld vor Pastor und Einwohern von Lünebach ihre Rechnungen seit Gertrudistag 1667. Die Gesamteinnahmen beliefen in den ersten Jahren (Gertrudis-Gertrudis) ohne Rezesse auf 60-100 fl., die Ausgabe auf 35-50 fl. Die regelmäßigen Einnahmen bestanden in 40 fl. Kapitalzinsen (zum Teil Meßstiftungen), einer Erbrente von 10 alb., einigen Medumfrüchten (Korn. Hafer, Wildkorn) aus verliehenen Feldern, etwa 2 fl. aus einer „Erbwiese im Küntzenberger aull“, 2 Hühnern (aus Treinen Haus), etwas Opfer an Geld, Werk, Korn, das in der Opferkiste niedergelegt und mit den Medumfrüchten verkauft wurde, Eiern (1723) Fleisch (wohl Schweinsköpfe) zu Ehren des hl. Antonius Abt. (1686 „Cünnen Velten von putenbach zu Ehren St. Antonij Ein halb S. v. Schweintgen verlobt, redemirt per 1 fl. 3 alb.“.) Neben einigen Kühen und Rindern besaß die Kirche eine Anzahl Schafe, die offenbar, wie überall, von den Einwohnern im Winter gefüttert wurden. (1669/70 = 20 Pfund Wolle, 1672/73 = 30 Pfund, 1686 = 28 Schafe.)

Bei der Kirmes, den Bruderschaften, Weihnachten, Rechnungslage und Kerzenmachen zehrten die Geistlichen und Sender auf Rechnung der Kirche (meist Wein, 1671 auf St. Antonius auch Bier). Die zwei Mumper erhielten als Vakation 4 fl., der Küster 3 fl., die Chorsänger zuweilen eine Rekreation; der Pastor schrieb die Rechnung.

Die Kirche war ein milder Gläubiger, „auß mitleydiger consideration“ läßt sie 1672 dem Reiffers „mit bewilligung vndt begehren sambtlicher Nachbahrschaft“ 15 fl. 14 alb. rückständige („achterstandige“) Pension nach und nimmt künftig statt der Zinsen einige Felder in Benutzung. Eine im Beisein der Nachbarschaft 1655 verzeichnete und 1761 erneuerte Spezifikation der Ländereien zählt 43 Parzellen Ackerland und 2 Wiesen. Langsam stieg das Vermögen. Die Zahl der Anniversarien mit 2 Priestern betrug 1667 = 3, 1681 = 11, 1763 = 23 zu 1 11., gestiftet meist mit 60 fl.

Rel. Leben.

Als Patronin der Kirche erscheint bis 1656 die hl. Margareta; 1712 wird die Kirche genannt consecrata in honorem S. Crucis; dann tritt St. Gertrud in den Vordergrund; schon 1672 ist ihr ein Seitenaltar geweiht.

1570 waren in Lünebach wechselnd mit Habscheid die Sonntagsmesse, eine Samstagsmesse, für die 2 M. Korn gegeben wurden, Küster Kirchhof und Sakrament. Ein Taufstein war offenbar nicht vorhanden, während Habscheid omnia sacramenta ut in parochia hatte.

1613 erhielt der Pastor für die Samstagsmesse von jeder Ehe ½ Sester Korn, im ganzen 2½ M. „sine phara“. An jedem Sonntag war Messe oder Predigt. Die Visitationen aus der Zeit des großen Krieges berichten, daß der Pastor „früher“ für die Samstagsmesse 2 M. Korn hatte, und heben hervor, daß die Kapelle „keine Sacramente“ hatte.

Wie in der Pfarrkirche, so blühte auch in der Filiale Lünebach im letzten Viertel des 17. Jahrhunderts reiches religiöses Leben. Dies bezeugen die trockenen Rechnungen. Neben dem Kirchweihfeste (Sonntag nach Christihimmelfahrt) wurden feierlich mit mehreren Priestern begangen 5 Bruderschaften auf St. Margareta, Gertrudis, Hubertus, Antonius Abb., Joh. Ev., 2 Kreuzbruderschaften auf Kreuzerfindung und Kreuzerhöhung – ein Beweis, daß die Kreuzpartikel damals (1667) schon vorhanden war, und 4 Fronfastenbruderschaften. An hohen Festtagen, besonders Christtag, melden die Rechnungen Ausgaben für Hostien und Kommunikantenwein. 1670 wurde Jubiläum gefeiert; 1671 war ein Skapulierherr zur Kirmes da, 1674 auf Gertrudis einige Jesuiten. Zahlreich sind die Ausgaben für Meßgewänder, Korporalien, Missale, Rituale, „Schleyer“ und Spitzen für Alben, Vergoldungen der Kelche usw.

An dem blühenden Bruderschaftsleben der Mutterkirche nahm Lünebach Anteil. Wiederholt finden wir den Pastor von Pronsfeld mit Nachbargeistlichen und Patres zur Monstund und beim Jubiläum (1686) zu Lünebach im Beichtstuhl tätig (1686 ein Karmeliter aus Trier und der Pastor von Lichtenberg , 1690 auf S. Gertrudis P. Scouville S. J. 1696 beim Jubiläum 3mal je 3 Priester).

Der Johanniswein wurde gesegnet wie in der Pfarrkirche; seit 1686 erscheint auch der sog. Sanghammel für die Absingung des Johannesevangeliums am Schlusse des sonntäglichen Hochamts; die Kirche zahlte statt des Hammels 3 fl.

1723 ließ die Kirche das heute noch vorhandene silb. Kreuz für die Kreuzpartikel in Trier machen für 49 fl. 12 alb. Ein Pater brachte es nach Lünebach. Das steigende Opfer an den beiden Kreuzfesten läßt auf eine steigende Pilgerzahl schließen. Seit 1725 hielten Kaplan und Frühmesser an jedem Freitag der Fastenzeit Messe mit Predigt zu Ehren des hl. Kreuzes. Im selben Jahre bezahlte die Fabrik für Illuminierung der 3 Altäre 151 fl. 8 alb. Seitdem erchienen zu diesen 6 Feiertagen Pastor, Kaplan und Frühmesser von Pronsfeld, auch andere Geistliche.

Geistliche.

Die Kämpfe in dem Loslösungsprozeß Lünebachs von der Mutterkirche sind schon geschildert. Der erste, eigenmächtig angenommene Frühmesser war offenbar Joh. Kolff (Juli 1745, Akten Eschfeld). 1750 wurde unter gewissen Bedingungen ein Frühmesser zugestanden. Am 18. 3. 1757 unterzeichnet Bernard Schmitz als Frühmesser die Rechnung. Pastor und Kaplan hielten nach wie vor ihre Dienste. Über die Erhebung der Frühmesserei zum Benefizium bleiben wir ohne Aufschluß (1821: „Das Fundationsinstrument ist noch verheelet.“.) Diese erfolgte bald nach dem Neubau der Kirche. Als erster Inhaber des Benefiziums erscheint 1762 Martin Urbani, geb. etwa 1723. 1747 hatte er das Benefizium in Habscheid zum Weihetitel erhalten; 1757, 60 und 61 wird er Kaplan und Kuratus bei seinem Verwandten in Pronsfeld genannt. Am 24. 10. 1762 verzichtet er auf Habscheid, da er mit einem anderen, allerdings nicht besseren, Benefizium in Lünebach kanonisch versehen ist“ (Lichtenborn PA.). Urbani baute auf eigene Kosten das Frühmesserhaus, die Gemeinde leistete Hand- und Spanndienste.

1778 (vis.) war Urbani sacellanus non approbatus, investitus; sein „neu errichtetes Benefizium“ brachte 83 Rthl. Der Benefiziat lehnte außer Abhaltung der Frühmesse jede andere Pfilicht ab, doch „verpflichtete ihn die Stiftung ad saepius repetendam Catechesim ante vel post missam“.

1800-05 war Benefiziat Mich. Kaufmann, vorher in Pronsfeld, nachher in Niederüttfeld und Leidenborn (s. d.). Am 17. 3. 1806 unterschreibt als Deservitor in Lünenbach: Phil. Moutrier, alias Clusen, geb. 23. 10. 1760 in Irrhausen, gew. 24. 9. 85 in Lüttich, bisher Vikar in Großkampen. Mit unterschreibt Leonard Stranen, geb. 20. 10. 77 in Eschfeld, gew. 17. 7. 1802, Vikar in Binscheid (2 J.), Lünebach 1804-8, Lambertsberg (6 J.), Pastor Neidenbach.

Die Frühmeßstiftung fiel als beneficium simplex den französischen Gesetzen zum Opfer. Sie bestand in Kapitalien und liegenden Gütern – (Einzelheiten fehlen). Die Güter wurden gemäß Dekret vom 5. 11. 1790 und später verkauft mit Ausnahme eines verhehlten Ackers im „Erckelborn“, der in Besitz der Fabrik kam. Die sog. „Born Wies“ steigerte Klemens Becker in Luxemburg, wo offenbar die Versteigerung stattfand. Nach Aussage des Friedensrichters und Rendanten wurden auch 400 Rthl. verhehlt und so für die Fabrik gerettet. Das Frühmeßhaus (mit Pesch) wurde Pfarrhaus.

Schule.

Noch 1762 trug Lünebach zum Bau des Pfarrschulhauses bei. Das Amt Prüm hielt den Frühmesser für den ordnungsmäßigen Lehrer; Urbani bestritt diese Pflicht und übte sie nicht.

Nach dem Berichte des Pastors 1776 war in Lünebach „Instruktor“ der Theologus emeritus Nik. Heinen. Er verwaltete Schul- und Küsteramt seit mehreren Jahren rühmlich und empfing von jedem Schulkind ½ Prümer S. Korn. Aus den Berichten des Meiers Mich. Schreibers an das Oberamt Prüm und des Oberamts an die kurf. Regierung betr. der Schule in Lünebach (1784) geht hervor: Auch die Kinder von Lierenfeld, Strickscheid und Euscheid besuchen die Schule in Lünebach; an Fähigkeit und Sitten des Lehrers ist nichts auszusetzen. Er hat versucht, die Normallehrart einzuführen, aber davon abstehen müssen, weil kaum ½ der Kinder trierisch, die anderen lux. sind. Von ungefähr 50 Kindern soll er je ½ S. Korn = etwa 2 M., haben, hat aber höchstens 9-10 S., denn die meisten sind „unzahlhaft“. Als Küster bezieht er 6 S. Korn, 3 M. Hafer, hat aber dafür auch den Meßwein zu stellen und die Kirchenwäsche zu besorgen. Er hat Wohnung im Schulhaus „vermiz zu bestreitender reparation“. Er wird bestellt von Gemeinde und Pastor.

Vom Benefizium kann nichts zugesetzt werden, weil dieses von Luxemburgischen gestiftet ist und in allem kaum 70 Rthl. einträgt. Auf Anfrage hat der Benefiziat dem Meier geantwortet, das Benef. betrage kaum so viel als ein ordentlicher titulus. Er habe die Spezifikation seiner Einkünfte dem Konsistorium eingeschickt. Das Amt betrachtet den Frühmesser als Lehrer, einen Zusatz für unnötig. Ein dem Frühmesser unterstellter Lehrer, Nikolaus Heinen aus Dingdorf, unterrichtet für ihn. 1788 (Tabelle) gehören auch Lirenfeld und Matzerath zur Schulgemeinde Lünebach (230 Seelen – 30 Schulkinder); Ertrag: 2 M. 3 S. Korn, 3 M. Hafer, 70 Rthl.; Schulhaus nicht vorhanden, Wohnung gut. Aus der Schulkasse wird eine Aufbesserung von 30 Rthl. vorgeschlagen, dann Gesamteinkommen = 129 Rthl. 18 alb. Dem entgegen steht der Bericht des Pastors Scheulen aus demselben Jahre: mit den Gehöfern 90 Familien, 50 schulbare Kinder, Wohnung schlecht, bei der letzten Visitation als viel zu eingeschränkt erklärt. Der Lehrer, ein Theologus emeritus, hat vom Kinde ½ S. Korn und täglich 1 Scheit Holz. 1802-6 erhielt Heinen das Schulgeld für 15, 12, 8, 9, 4 Kinder aus der Fabrikkasse.

Neueste Zeit. Pfarrei Lünebach.

1808 erfolgte die Erhebung der Vikarie zur Pfarrei mit den Filialen Lirfeld, Strickscheid, Euscheid, Merlscheid (früher zu Waxweiler); Matzerath blieb auf sein Verlangen bei Pronsfeld.

Die Seelenzahl betrug 1827 = 573, 1851 = 720, 1869 = 856, 1900 = 832, 1925: Lünebach 625, Lierfeld 57, Strickscheid 63, Euscheid 133, Merlscheid 56.

Kirche.

In der Mitte des 19. Jahrhunderts war die Kirche für die wachsende Volkszahl viel zu klein, besonders, da auch viele Leute aus der Nachbarschaft die Kirche besuchten. Im August 1860 wurde die Empore polizeilich geschlossen. Der Gemeinderat wehrte sich gegen eine Vergrößerung der Kirche, man solle der Gemeinde Frühmesse gewähren, dann sei die Kirche groß genug. Die geschlossene Empore wollte man wieder herstellen und noch vergrößern, obwohl sie schon ½ des Schiffes einnahm; man plante sogar, auf beiden Seiten des Hochaltars neue Emporen, unter denen die Kinder Platz fänden.

Pfarrer Parsch begann zu sammeln für den Erweiterungsbau, und einige Einwohner hatten größere Beiträge versprochen. Nach seinem Weggange im Dezember 1860 beschloß das Generalvikariat, zur Wiederbesetzung nicht zu schreiten, „bis die notwendige Erweiterung der Pfarrkirche gehörig gesichert sei“. Der Pfarrverwalter Seiwert von Pronsfeld suchte die Leute zur Zeichnung freiwilliger Beiträge anzuregen, fand aber einen scharfen Gegner am Bürgermeister, der ihn sogar wegen „strafbarer Aufforderung zu milden Beiträgen „ohne polizeiliche Erlaubnis“ vor Gericht zerrte und ein Urteil zu 10 Silbergroschen Strafe und Tragung der Kosten erwirkte.

Pastor Hilgert ließ sofort nach seinem Amtsantritt die Kirche notdürftig herstellen und begann eifrig zu sammeln. Zusammen mit dem Bürgermeister hielt er in der Pfarrei und den Orten, aus denen man nach Lünebach zur Kirche kam, eine Hauskollekte. Die Leute gaben Geld, Kartoffeln, Korn, Hafer. Die Mission 1869 half den guten Geist wecken; nach 12 Jahren waren 1875 1600 Taler beisammen. Der Beschluß des Kirchenrats, aus dem Kapitalstock der Kirche 900 Mark für den Bau zu entnehmen, wurde genehmigt unter der Bedingung, daß dieser Betrag wieder eingespart werde. Das Chor wurde abgebrochen; zu den vier Jochen des alten Schiffes kamen zwei neue mit dreiseitig geschlossenem Chor. Die ganze Kirche hat jetzt im Lichten 7,40 m Breite, jedes Joch 3,28 m Länge. Das Tonnengewölbe mit Stichkappen hat durch „leichte Busung der Flächen und durch die Grate“ den Charakter des Kreuzgewölbes erhalten. Für die Rippen dienten die gotischen Profile im Turm zum Vorbild. Stumpf setzen sie auf die Gesimse der kräftigen Vorlage auf. Die langen, rundgeschlossenen Fenster haben Sandsteinumrahmung, Schluß- und Kämpfersteine. Die Sakristei liegt in der Verlängerung des Chores.

Der kleine offene Anbau an der Südseite der Kirche ist das alte Beinhaus. Ein altes Steinantependium bildet die Brüstung. Die sehr einfache Arbeit – Hochrelief des 16. Jahrhunderts – zeigt zu den beiden Seiten des gekreuzigten Heilandes die Muttergottes, Johannes – Margareta, Barbara. Weitere Steinreliefs aus der spätgotischen Kirche, ein Kreuzbild und eine hl. Gertrud, wurden beim Erweiterungsbau eingemauert. (Wackenroder.)

1832 wurde ein neuer Kirchhof angelegt. Pastor Schares und die Gemeinde nahmen ihn nicht an. Der Pastor weigerte sich, den neuen Platz einzusegnen und begrub weiter an der alten Stätte.

Erst 1875 bekam die Gemeinde einen neuen Kirchhof. Auf Veranlassung des Bürgermeisters, der behauptete, die Anlage eines eigenen Teiles für Nichtkatholiken verursache zu viel Kosten, beschloß der Gemeinderat zuerst ein Simultaneum, änderte aber dann seinen Entschluß. Anfangs wurde jedes einzelne Grab eingesegnet, erst 1882 erfolgte die Benediktion des Kirchhofs. (AGV.) Der Kirchhof ist also konfessionell, aber Eigentum der Zivilgemeinde.

Die Revolution beraubte die Kirche der Glocken. 1807 kaufte man, offenbar bei einem Händler (s. Pronsfeld), zwei alte Glocken, die für andere Kirchen gegossen waren. Die Inschriften lauten:

1. Zu Ehren des heiligen Augustin bin gegossen Anno MDCCLXXVIII. Urbanus Mabillon von Saarburg hat mich gegossen 1778. S. Augustin ora pro nobis.

2. S. Andreae apostolo et S. Ludolfo Godefrido Isfrido dedicata fui. Martinus Legros fecit anno 1778.

1900 erhielt die Kirche eine dritte Glocke. Zwei Glocken wurden Opfer des Weltkrieges.

Fabrik.

Die Fabrik besaß 1827 = 19 M. 105 Ruten Wildland, 3 M. 103 R. Ackerland, 123 R. Wiesen, 2 M. 20 R. Wald, 1746 Taler Kapital.

Pfarreinkommen.

Pfarrwittum war und ist nicht vorhanden. Am 20. 7. 1821 versprachen die Pfarrgenossen dem künftigen Pastor folgendes Zusatzgehalt: 1. 8 M. Korn Prümer Maß (11 M. Trierisch); 2. 6 M. Hafer Prümer Maß (9 M. Trierisch); 3. 40 Zentner Haferstroh; 4. eine der Gemeinde Lünebach gehörige Wiese, die Stierwiese genannt, mit einem jährlichen Ertrag von 2 W. Heu; 5. einen Anteil im sog. Hofswald, jährl. 2 W. Holz; 6. Lünebach liefert aus dem jährlichen Gemeindeschlag 4 W. Holz; 7. Strickscheid und Eischeid liefern zusammen 3 W., Lierfeld und Merlscheid zusammen 3 W. Alles dies versprachen sie unter dem Vorbehalt, daß alle alten Herkommen und Gebräuche, welche dem Pastor als „Staatsfrüchte und Hausfrüchte“ zustehen, gleichzeitig aufhörten.

Der Gesamtertrag der Stolgebühren wurde auf 40 fr. geschätzt: Für Aussegnung 2 Hahnen, für Beerdigung eines Kindes 0,72 fr., für Beerdigung eines Erwachsenen 2 S. Korn (Pr. Maß), für die Seelenmesse und 2 Tage Begängnis 4,50 fr., für Ausrufung des Verstorbenen während des 1. Jahres = 0,72 fr., für Ausrufung und Dimiss. = 5 fr., für Ausrufung und Kopulation mit einer Singmesse 6 fr. und ein Sacktuch.

Nach dem Weggange des Pastors Gous 1826 drängte das Generalvikariat auf eine Erhöhung des Pfarreinkommens, sonst halte es schwer, einen neuen Pastor zu bekommen. Nach langem Verhandeln versprach im Januar 1827 ein Schöffenratsbeschluß jährlich 9 Malter Korn Prümer Maß (== 12 trierisch) und 7 M. Hafer (= 10 trierisch). Da der bei seinem Amtsantritt gefaßte Schöffenratsbeschluß nicht exekutorisch erklärt worden war, hatte Pastor Schares große Schwierigkeiten mit der Eintreibung seines Zusatzgehaltes. 1848 mußte die Regierung die zahlreichen Rückstände exekutorisch erklären. 1850 setzte die Gemeinde als Zusatz fest 45 Scheffel Korn, 51 Scheffel 10 Metzen Hafer, 40 Zentner Stroh, 20 Taler Holzgeld. 1864 ließ Pastor Hilgert für sich die Naturallieferungen mit Ausnahme des Strohes in einen Geldbetrag von 490 Mark umwandeln.

Pastores.

1. Philipp Moutrier, vorher Vikar, t 7. 3. 21. Der Kantonspfarrer Palen nennt ihn in seinem Berichte über den Klerus an den Generalvikar Cordel i. J. 1817: vir secundum cor Dei, satis peritus, pius, mansuetissimus, amans Dei et fratrum et meliores maerens parochianos, in dem Schreiben an den apostolischen Vikar, in dem er Moutriers Tod meldet, „einen Priester nach dem Herzen Gottes“, wie man nicht leicht einen zweiten finden möchte, lobt ihn als vir ecclesiasticus, timens Deum ac omnibus virtutibus conspieuus, cujus memoria in benedictione est (AGV.).

2. Joseph Gous, geb. 30. 10. 1794 zu Wallerfangen, studierte in Saarlouis, Clairvaux, Falkenburg, Metz, gew. 7. 3. 19 in Metz, Kapl. Kirf, Seffern, Pastor Lünebach 1821-10. 11. 26, Bedersdorf. Er ging von Lünebach weg offenbar wegen der kargen Gehaltsverhältnisse und des schlechten Pfarrhauses.

3. Godhard Simon, geb. 1. 4. 1797 zu Musweiler, gew. 24. 9. 25, Kaplan Manderscheid, Pastor Lünebach 7. 4. 27-Mai 29, Bruch. Er wohnte im Schulhause, das Pfarrhaus war unbewohnbar.

4. Nik. Schares, geb. 19. 2. 1798 zu Rodershausen, gew. 23. 9. 26, Kaplan Waxweiler, Pfarrer Lünebach Mai 29-1. 5. 50, resignierte mit 120 Talern bischöfl. Pension. Die Gemeinde hatte den in der ganzen Gegend als tätigen und tüchtigen Geistlichen bekannten Kaplan von Waxweiler zum Pfarrer erbeten. Neigung zum Trunk raubte ihm sein Ansehen.

5. Joh. Meyers, geb. 6. 10. 1803 zu Dahnen, gew. 6. 9. 34, Kaplan Lebach, Saarlouis, St. Matthias, Pfarrer Kirchweiler, Neunkirchen, Lünebach 29. B. 50- Febr. 51, Neidenbach. Die Pfarrei hatte unter seinem Vorgänger sehr gelitten; er bat bald um Versetzung, da man ihm die Fenster eingeschlagen und Drohbriefe ins Haus geworfen hatte. Erst auf vieles Bitten erhielt die Pfarrei im September 52 einen neuen Pfarrer.

6. Joh. Hippolyt Parsch, geb. 31. 10. 22 zu Herschbach, gew. 1, 9. 49. Kaplan Bitburg, Pfarrer Lünebach Sept. 52-Nov. 60, Adenau. Mit Eifer und Ausdauer arbeitete er an der Besserung der Verhältnisse, begann zu sammeln für den Kirchenbau. Die von ihm verwaltete Pfarrei Pronsfeld begehrte diesen „musterhaften“ Priester zu ihrem Pfarrer.

7. Joh. Hilgert, geb. 19. 4. 33 zu Welling, gew. 9. 4. 59, Kaplan Oberwesel, Pfarrer Lünebach B. 10. 64-30. 3. 98. Pillig.

Die vierjährige Verwaltung von Pronsfeld aus hatte die Gemeinde zur Nachgiebigkeit gezwungen, aber auch großenteils zerstört, was Parsch geschaffen hatte. An Sonntagen hatte Lünebach keinen Gottesdienst gehabt. Hilgert, der von seinem Vorgänger, dem Definitor von Waxweiler, und der Gemeinde erbetene „tüchtige Pastor“, löste in mehrjähriger Arbeit die Kirchenfrage und arbeitete unermüdlich an der religiös-sittlichen Hebung der Pfarrei. Mehrere Missionen hatten besten Erfolg. Große Opfer brachte ihm der Kulturkampf. 18 Jahre verwaltete er Pronsfeld; Lichtenborn, Arzfeld, Niederlauch (s. d.) erfuhren seinen Seeleneifer. Ein Fenster im Chor der Pfarrkirche bewahrt das Andenken des eifrigen Definitors und Dechanten.

8. Roth Matthias, geb. zu Rittersdorf 29. 12. 70, gew. 21. 3. 96, Kapl. zu Kirn, Pfarrer in Lünebach 13. 4. 99-1912, Quierschied.

9. Bleidt Wilh., geb. 14. 6. 83 zu Leutesdorf, gew. 16. 3. 07, Kapl. Trier L. Fr., Pf. Lünebach 12-13, Religionslehrer Seminar Wittlich, Direktor des Jugendgefängnisses Wittlich.

10. Werle Josef, geb. 20. 10. 81 zu Leitzweiler, gew. 16. 3. 07, Kapl. Saarlouis, Pf. Lünebach 1. 9. 13, Dechant 31. 8, 23.

Rel. Leben.

1827 waren am ersten und letzten Freitag der Fastenzeit, den Heiligkreuztagen, sowie auf Christi und Mariä Himmelfahrt Prozessionen ohne Sanktissimum, theophorische Umgänge außer am Fronleichnamstage zu Ostern und Pfingsten. Der Bischof wünschte Beseitigung der Prozession auf Mariä Himmelfahrt, die Fastenprozessionen möge man ersetzen durch eine Andacht. Die 7 Patrozinien wurden noch gefeiert, ebenso die Kreuzandacht an den Fastenfreitagen. Das Johannesevangelium wurde noch gesungen. Der Chor sang allein, und zwar nur lateinisch. An den gewöhnlichen Sonntagen sang er nach der Wandlung ein deutsches Lied.

Jahrelang besuchten die Lünebacher die Sonntagsfrühmesse in Pronsfeld. Da die dortige Kirche zu klein war, erhielt Lünebach Bination gegen einen freiwilligen Beitrag von 7 M. Korn Prümer Maß 1829-50; unter Pastor Hilgert wurde sie wieder aufgenommen.

Rel. Vereine: Hl. Familie, Jungfrauenkongregation.

Missionen: 1869 (Redempt.), 1894 (Red)., 1920 (Obl.).